Achterbahn

Jetzt verstehe ich, warum so viele Leute bei einer Achterbahnfahrt kotzen. Ich ertrage dieses ständige Auf und Ab nicht mehr. Ich möchte auch am liebsten brechen – alles negative und belastende einfach herauskotzen.

Als ich mich damals so seicht und fast nicht merkbar in diese Krankheit herein monövriert habe, war alles gar nicht schlimm. Das Schlimme kommt erst, wenn man realisiert, dass etwas nicht stimmt und gesund werden will. Und das ist das Paradoxe: Du erkennst, dass du gesund werden willst und jetzt erst wird es richtig hart. Ein Kampf, den ich nicht mehr kämpfen will eigentlich. Warum das ganze? Vorher war es einfacher. Einfach wenig essen, weniger grübeln und alles relativ easy. Und jetzt? Viel Essen, keine Kontrolle mehr über das Essverhalten, keine Disziplin mehr, viel mehr grübeln und alles relativ schwer. Ich wünsche mir die Ana zurück. Nicht selten in den letzten Wochen. Doch irgendwie ist sie nur noch ein Schatten. Sie ist nicht mehr da, wie sie es noch vor einem Jahr war. Sie war da, hatte mich fest im Griff. Doch jetzt spüre ich nur noch einen Hauch, der permanent da ist und in meinen Kopf bläst, aber sie kann sich nicht gegen den Alltag durchsetzen und sie berührt mich nicht mehr.

Einerseits beruhigt mich das ungemein. Andererseits macht es mir Angst. Angst vor der Zukunft. Angst, wieder 94kg zu wiegen und mich abartig zu finden. Angst vor dem absoluten Kontrollverlust.

Ein bedrückendes Auf und Ab, das täglich meinen Kopf regiert. Ich möchte das nicht mehr.

Dementsprechend ist mein Fazit: Achterbahnen braucht kein Mensch. Vergnügungsparks leben auch von anderen tollen Attraktionen. Und ich könnte sehr viel besser ohne diese Kopfachterbahn leben.

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