Sucht & Störung

Wie immer die gleiche Sorge. Die Völlerei oder mein Ritual, wie auch immer man es nennen mag – ich kann nicht davon lassen. Wenn ich unter Beobachtung stehe, fällt mir nichts leichter, als genau nur das zu verzehren, das ich mir erlauben möchte. Tag ein Tag aus – wenn ich hier allein im wirklichen Leben stehe, fällt mir nichts schwerer als das. Ich kann nicht davon ablassen, immer und immer wieder dieses schreckliche viele Zeug in mich hinein zu stopfen und ich verfluche mich immer und immer wieder so sehr dafür. Doch es funktioniert nicht. Erst war ich süchtig nach dem Magersein – jetzt bin ich süchtig nach Essen, das ich mir so ewig lang verboten habe. Sucht ist Sucht. Beides ist in diesem Fall sowas von krank.

Und warum das alles? Nur weil meine Mutter mich falsch erzogen hat und ich in meinem Leben von zwei Menschen misshandelt wurde? Ist das der Weg, damit zurecht zu kommen? Ist das der Weg mehr Selbstbewußtsein zu erlangen?

Nein, das ist er definitiv nicht. Und trotzdem verfalle ich ihr – der SUCHT.

Ich suche Ana. Wo ist sie hin? Sie tut mir nicht gut, aber gerade jetzt wünsche ich mir nichts mehr, als sie wieder bei und in mir zu haben. Sie hat mir zumindest das Gefühl gegeben, leicht zu sein. Kein Ballast auf und in meinem Körper.

Und gerade, wo ich dabei bin, diese Zeilen zu schreiben, verfluche ich mich auch gleich dafür. Wie kann ich mich nach einer Krankheit sehnen, in der ich noch irgendwie zum Teil drin stecke, wo ich doch nur sehnlichst auf Hilfe warte?

Wie kann ich meinen Mitmenschen unterstellen, sie lügen mich an, wenn sie mir sagen „du siehst mit mehr Kilos auf den Rippen besser aus“ oder „ein Mann wünscht sich etwas zum Anfassen“. Wie kann ich mir das Recht herausnehmen, anderen Frauen Mut zuzusprechen und ihnen Komplimente für ihre Figur zu machen, wenn ich mich selber in deren Körper unwohl fühlen würde? Wieso würde ich mich in deren wunderschönen Körpern überhaupt unwohl fühlen???

Was ist das alles für ein verdammter Scheiß, in den ich da geraten bin und wieso schaffe ich es nicht, da heraus zu kommen?

Wie immer die gleiche Leier: Ich weiß doch, wie sehr es mich zerstört. Alles weiß ich in der Theorie. Einfach ausbrechen aus dem Ganzen. Einfach mal andere Wege probieren. Einfach mal meine Vorsätze befolgen und mich nicht selbst belügen.

Doch Sucht & Störung, diese verdammte verfluchte Essstörung, dominieren mich und meinen Kopf. Und das, wo ich doch nur danach such(t)e frei zu sein…

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Ein Kommentar

  1. Probiere es mal mit dem Buch „Brain over binge“. Das lese ich gerade und mir hilft das sehr. Endlich mal ein neuer Ansatz.

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