Filmtitel „Ein Tag frei“

Ein Tag frei. Einen Tag lang nur Schlaf nachholen, der mir die letzten Nächte gefehlt hat. Unruhige Nächte gefüllt mit den verschiedensten Gefühlen, Krämpfen und nicht leise werden wollendem Kopfkino. Kopfkino dieses mal etwas anders als sonst. Kein direkter Psychothriller mehr – eher ein Roadmovie… nicht klassisch ich auf dem Highway mit zu diesem Bild passender Musik, aber schon ich auf dem Weg und auf der Suche. Beziehungsweise stimmt Suche auch nur bedingt. Denn im Film gibt es einige Szenen, die zeigen, dass ich schon auf dem Weg des Findens bin. In den letzten Wochen gibt es immer mehr Momente, in denen ich mir einbilde, mich besser zu verstehen, mich intensiver und vor allem auch zum Teil bewußt wahrnehmen. Ich mich bewußt wahrnehmen? Vor einigen Monaten absolut nicht denkbar. Im Film bzw. im ehemaligen Thriller waren es genau die Szenen, in denen es laut und aufgeregt wurde; in denen Spiegel zerstört wurden, aus dem Fenster geschmissen oder einfach mit Decken verhängt wurden. Szenen gefüllt mit Schreien, Weinen, Fluchen, Aufgeben, Selbstverletzungen, Resignieren. Aber auch Hingabe – nur leider der falschen Sache bzw. Sucht. . .

Bis heute weiß ich nicht genau, an welchem Punkt exakt mir dieser Psychothriller zu unheimlich wurde. Jahrelang habe ich in einem solchen gelebt. In meiner Kindheit war es eher ein Mix aus Psychothriller und einfach nur Drama. Zwischenzeitlich war es dann wirklich eine Art Roadmovie gepaart mit Abenteuer und sogar Komödie – die Zeit, in der ich tatsächlich bei mir war. Die Zeit, in der ich in mir wohnte. Doch so schnelllebig wie es in Hollywood eben ist, war es auch bei mir. Ich bediente die letzten Jahre die Genres Drama, Horror, Psycho und Katastrophenfilm mehr als perfekt und erfüllte die gesamte Bandbreite. Zwei mal in den letzten Jahren wollte ich mir & Hollywood ein endgültiges Ende setzen und die Klappe fallen lassen.

Irgendwie -Dank, was oder wem auch immer- ist es anders gekommen und ich befinde mich mittlerweile in den verschiedensten Szenen. Ich habe tatsächlich angefangen, meinen eigenen Film zu drehen und wie bereits erwähnt, macht es mir seit einigen Wochen oder wenigen Monaten sogar weniger Mühe. Es ist Arbeit; nach wie vor harte Arbeit, aber eine Art von Arbeit, der ich gerne nachgehe.

Dieses Erfühlen und Wahrnehmen meiner Selbst, ohne gleich einen absoluten Zusammenbruch zu bekommen… dieses neue Kennenlernen und Ertasten, Austesten und einfach zu sein – das ist eine völlig neue Erfahrung und ich lerne, sie anzunehmen und zu genießen.

Es gibt immer noch so riesige Zweifel an meinem Selbst und so große Komplexe, gerade was mein Äußeres betrifft. . . Kann es da also sein, dass der Film trotzdem weiterläuft und ich dran bleibe?

Scheint so – irgendwie stelle ich fest, dass es sich lohnen könnte. Nicht zuletzt, weil ich auf Menschen gestoßen bin, die mir tatsächlich beweisen, dass es sich lohnen könnte. Die bei mir sind oder mich nehmen, wie ich bin – scheinbar bedingungslos. . .

Meinen freien Tag heute jedenfalls, konnte ich ziemlich entspannt verleben. Es gibt vom heutigen Tag ausschließlich Szenen, in denen es um mich geht. Jeder Zuschauer würde sich wohl gähnend langweilen, doch heute bin ich einfach gleichermaßen Zuschauer, Regisseur und Darsteller und ich bin mir selbst genug und in keiner Minute überdrüssig. Dieses Gefühl will ich festhalten. Wer weiß, wann es noch einmal solche Szenen gibt…

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