hinter schwarzen Wolken

Zeit wird es, etwas positiver zu sein. Zu denken. Positiver und anders zu denken. Zeit wird es, endlich mal die schwarzen Wolken etwas beiseite zu schieben. Der Himmel ist blau – azur sagt man. . . Seit ein paar Jahren sehe ich relativ wenig davon. Ich habe oft nur die schweren, dunklen schwarzen Wolken gesehen. Und so leicht Wolken auch aussehen und zu sein scheinen, so schwerer war es für mich, sie ein kleines Stück beiseite zu schieben und auf azur zu hoffen. Jetzt fühle ich mich langsam bereit. Wirklich bereit. Ich mag zwar dunkle Farben; sie kleiden mich und ich fühle mich darin geborgen. Ich bin sie auch irgendwie gewohnt. Aber wem schadet ab und an ein Farbwechsel? Das Leben ist bunt. Und so sollte im Idealfall auch mein Leben sein.

Ich bin neugierig und ich habe das Gefühl, ich muss etwas tun. Andernfalls drehe ich durch. Zu viele Rückfälle in letzter Zeit, zu häufig das Glück links liegen lassen und mit Volldampf daran vorbei gerauscht. Mit voller Geschwindigkeit immer den schwarzen Wolken entgegen. Es ist an der Zeit, dem Himmel die Chance zu geben, sich mir zu öffnen. Ich ertrage meine Gedanken nicht mehr. Ich ertrage es nicht mehr, ständig in die Vergangenheit zu rutschen, ohne es zu wollen. Es passiert. Es passiert einfach mit mir und ich bin gelähmt. In diesen Momenten kann ich nichts dagegen unternehmen und die dunklen Wolken schütten sich über mir aus. Es regnet – es regnet und ich bin durchnässt. Nass und vollgesogen mit Zweifeln, meiner ständigen Angst, meinem Körperhass und allem, was meine ständige Begleitung in Form dieser Krankheit ausmacht.

Auch wenn ich denke, dass mir manchmal die Luft zum Atmen fehlt; auch, wenn ich mich noch so schrecklich fühle; auch, wenn ich mal wieder das Gefühl habe, mein Körper platzt, weil ich wieder so immens fett geworden bin und mich so sowieso niemand auch nur annähernd mögen & attraktiv finden kann – auch in diesen Momentan sind neuerdings Menschen da, die es schaffen, mich irgendwie aufzufangen. Mir wird gezeigt, dass auch ich anscheinend einen Platz in dieser Welt verdient habe. Ich selber beanspruche einen solchen Platz bisher nur sehr bedingt – ich denke, dass ich es nicht besser verdient habe. Aber was, wenn das vielleicht gar nicht stimmt? Vielleicht ist es ja einfach wirklich alles vorbei und ich darf von vorn beginnen. Eine neue Chance für ein anderes Leben. Für (m)ein Leben. Ich will gar keinen reset-button drücken oder irgendwie die Uhrzeiger zurückdrehen – was geschehen ist, ist geschehen. Ich möchte einfach mit anderen Augen auf mein Leben blicken und mir selber die Chance einräumen, durchzuatmen – auch wenn die Welt zu eng für mich erscheint. Gerade dann sollte ich mir vielleicht einen (neuen) Platz schaffen. Die schweren dunklen Lasten beiseite schieben und dahinter blicken. Hinter schwarzen Wolken wartet sicherlich einiges.

Ich sollte es endlich richtig anpacken und die Wolken nicht schwer erscheinen lassen, sondern sie anderes betrachten. Vielleicht sind sie gar nicht schwarz. Vielleicht sind sie nicht schwer. Vielleicht sind sie aus azurfarbener Zuckerwatte und es regnet anstatt Ängsten und Zweifeln einfach mal Zucker. Etwas Süßes gibt bekanntlich Energie und neuen Antrieb.

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