Monat: April 2016

Die Sucht – aber auch noch so viel mehr

Es scheint eigentlich so einfach – aber ich mache es mir selbst so schwer. Noch immer lässt mich meine Sucht nicht los. Meine Gedanken kreisen und kreisen – immer schneller, in alle Richtungen und doch lande ich in der Sackgasse. Keine Ahnung, ich komme nicht los von diesem Rummel. Noch immer zieht es mich in das irgendwie magische Labyrinth, in das ich eigentlich gar nicht hinein will und wo ich weiß, dass ich nur schwer wieder herausfinde. Noch immer locken all die Losverkäufer mit ihren vielversprechenden Hauptgewinnen, obwohl ich doch seit Jahren das Aussichtslos in den Händen halte und scheinbar auch behüte. Das Gedankenkarrussel dreht sich und mir wird übel. Schneller und schneller; überschlagen, vorwärts, rückwärts – ich sehe nichts mehr oder nur noch ganz verschwommen und es kommt mir hoch. Speiübel. Ich möchte am liebsten alles hinauskotzen und runter vom Rummel. Ein für allemal.

Endlich – Das Karrussell steht kurz still und ich krauche mal wieder hinunter von der Plattform und setze mich erst mal auf die Bank vor der nächsten Fressbude. Welch Zufall – es ist die Fressbude, die mich immer und immer wieder anzieht letzten Endes auf diesem bunten Gedankenrummel. Hunderte Buden und Stände mit den verschiedensten Köstlichkeiten und am Ende lande ich immer hier: die italienische Bude, die pure Völlerei. Verlockend die netten Kellner, die mir schon von innen zuwinken, verlockend der Geruch – verlockend die Sucht. Doch irgendwie taumel ich noch zwischen der Verlockung und der puren Übelkeit. Rein oder nicht rein – Übel oder übler? Ich kämpfe innerlich mit tausend Schwertern, die mir Stiche versetzen; ich kämpfe mit allem, was meine Gedanken zu bieten haben. Keine Ahnung, was passiert ist, aber ich treffe bewußt und doch gefühlt unbewußt die Entscheidung, nach Hause zu taumeln.

Und es fühlt sich gut an. Der Entschluss, etwas zu tun. Mit der Aussicht, vielleicht doch mal nicht in der Sackgasse zu landen.  Mit der Aussicht, mit meinem Aussichtslos endlich den Hauptgewinn zu ziehen. Denn es passiert etwas in mir. Benennen kann ich es nicht. Aber es scheint sich alles immer mehr und mehr zu fügen. Die Chance, aus dem Labyrinth herauszukommen, scheint nicht mehr undenkbar. Im Schneckentempo bewege ich mich Richtung Ausgang alias Ausweg. Es gibt die Sucht und sie ist da – in meinen Gedanken permanent. Aber es gibt auch noch so viel mehr…