Wellness – für andere ein Vergnügen…

Es ist soweit – meine nächste Herausforderung steht bevor. Am kommenden Freitag werde ich mit einer lieben Freundin Wellness machen. Entspannung und Gutes für den Körper und die Seele. Ein paar Stunden nur für uns, auf die ich mich eigentlich ganz besonders freue. Es ist unser gegenseitiges Geburtstagsgeschenk und eigentlich ist es die perfekte Kombination, die wohl kaum jemand ablehnen würde: Zeit mit der Freundin und Hamam vom feinsten. Soulfood quasi. Doch das einzige, das ich gerade füttere, ist mein Kopf. Und zwar nicht mit gutem Soulfood, sondern mit absolutem Mist. Mit meinen altbekannten Zweifeln und mit meinem ebenfalls mir so vertrauten Körperhass. Heute ist Montag und ich mache mir schon jetzt, 4 Tage vorher, eine riesen Platte, was da mit mir passieren wird. Ob sie mich verurteilen wird, weil ich zugenommen habe? Weil ich nicht mehr die dünne, schlanke Astrid bin, die sie letzten Sommer mehr und näher kennengelernt hat und mit der sie sich befreundet hat. Ob ich es schaffen werde, nur mit dem Hamamtuch bekleidet mehrere Stunden unter Menschen zu sein?  Scheisse, ich habe Angst. Schlichtweg Angst. Und ich bin wütend. Andere freuen sich wie verrückt auf so einen Tag – ich mich ja eigentlich auch. Doch in meinem Hirn kommen gerade nur Gedanken auf, für die ich mich schämen sollte. Anstatt dessen schäme ich mich mal wieder für meinen Körper. Er ist nicht schön. Alles anderes als das. Er ist dick. Und alle werden es sehen und sich ihren Teil denken. Diese Essstörung und die Auswirkungen machen mich mal wieder kaputt. Sie zerstören mir meine Quality Time – mal wieder. Immer wieder das selbe Spiel: Astrid gegen Astrid. Gefangen im Nirgendwo und im absoluten Kampf mit mir selbst. Ich sollte froh sein, dass mein Körper mich von a nach b trägt; dass er wieder funktioniert und sich immer mehr einrichtet in seinem Haus; dass ich ihn auch wieder vielseitiger einsetze. Dass er schon länger keinen Spiegel mehr mit seinen blossen Händen zerschlagen hat. All das sind Fortschritte, die mein Körper langsam und mühevoll zusammen mit meinem Kopf unternimmt und die er sich auch nicht nehmen lässt – nicht nehmen lassen will. Doch mein Kopf will und kann diese dreckige widerwärtige Krankheit noch immer nicht außen vor lassen, geschweige denn ignorieren. Ich bin mal wieder nur ganz kurz falsch abgebogen auf meiner Gedankenautobahn und nun irre ich seit Stunden im Kreis und finde die Auffahrt nicht mehr. Keine Auffahrt oder Einfahrt in die richtige Richtung. Ich verfluche mich und diese Essstörung – gerade jetzt in diesem Moment mehr denn je.

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