Wellenreiten

Ich hätte nie für möglich gehalten, wie nah oben und unten zusammenliegen. Sind es doch Gegensätze, liegen doch eigentlich unendlich viele Meter oder Kilometer dazwischen… Bei mir nicht. Und es geht auf und ab tageweise. Ich frage mich, wann das endlich aufhört. Ich will nicht mehr dieses ständige Auf und Ab. Ein bisschen ist normal. Ein bisschen Auf und Ab schadet, glaube ich, keinem Leben. Es würzt das Leben, verleiht dem Leben Spannung und Schärfe. Aber bei mir ist es überwürzt. Zu viel von Ab und viel zu wenig von Auf.

Kaum mache ich Fortschritte, kaum läuft es wirklich gut, kaum geht es mir einfach gut – da kommt die Welle. Ich kann mich nicht halten; sie rauscht mit einer Geschwindigkeit auf mich zu und über mich hinweg und ich gehe unter. Sie zieht mich förmlich herunter und ich finde keine Abwehr. Ich kann mich von meinem eigenen Glück nicht treiben geschweige denn tragen lassen. Ich lasse mich davon herunterziehen, weil es mir komisch und fremd vorkommt. Das Unbekannte ist schwierig zu händeln. Ich tauche ab in den gewohnten Sog der Sucht. Sie treibt mich ins Meer, lässt mich auf offener See ertrinken.

Wieso kann ich meine Glücksmomente, meine Erfolge, meine Fortschritte nicht fassen, sie (be)greifen, sie genießen, sie leben? Ich will nicht ertrinken, abtauchen. Ich will Wellenreiten. Auf und ab und dann wieder auf … einfach Wellenreiten.

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