Was ist mit uns? Glücklich?

Wir laufen über die Straße und sehen ständig wunderschöne, attraktive und scheinbar tolle selbstbewußte Menschen an uns vorbeihuschen. Wow denke ich mir manchmal. So schön wäre ich auch gern oder Wahnsinn, diese Ausstrahlung. Wie macht sie das nur? Wir versuchen uns ständig ins rechte Licht zu rücken und möglichst annehmbar für die breite Masse zu wirken. Wir wünschen uns. von allen gemocht zu werden, im Beruf anerkannt, nicht nur akzeptiert zu werden. Alles normal irgendwie. Doch wieso ist es uns so immens wichtig, was andere über uns denken, bevor wir uns selbst mal fragen, wie wir uns eigentlich finden? Ich tue mich unheimlich schwer damit, mich selbst zu mögen und noch schwerer, mich selbst attraktiv zu finden. Es ist immer irgendwie einfacher, sich nach irgendwelchen Normen zu richten, sich an wunderschönen Menschen zu orientieren, die uns von der Litfaßsäule gegenüber anlächeln und uns anbieten, mit nur einer Tube XXX genauso weiße Zähne wie sie zu bekommen oder mit ihnen ins Fitneßstudio in den Powerstepkurs zu gehen und mal ne Runde richtig stark zu schwitzen. Lohnt sich ja – wir sehen hinterher schließlich genauso makellos aus wie sie! Ach, wie schön einfach das zu sein scheint. Uns wird die Entscheidung abgenommen. Uns wird täglich an so vielen Orten und in so vielen Magazinen demonstriert, wie wir auszusehen haben und wie wir sein sollen. Toll. Keine Mühe mehr, keine Fragen à la „bin ich gut so, wie ich bin“?! Aber macht es uns zufrieden, nach einem Idealbild der Gesellschaft zu streben und zu leben? Zufrieden vielleicht in dem Moment, in dem wir erste Erfolge spüren. In dem Moment, wo wir gefragt werden, wie wir es denn geschafft haben, so abzunehmen oder so frisch und jung auszusehen. In dem Moment kann so ein „Kompliment“ Wunder wirken und unser Ego auf den Mond boosten. Doch es ist nur ein Moment, wenn wir ehrlich sind. Die Zufriedenheit bedeutet nicht gleich Glück. Wer hat den Mut, sich allein und ganz ehrlich und aufrichtig zu fragen, ob er gerade glücklich ist? Macht es uns wirklich glücklich oder happy, sich im Fitneßstudio abzurackern, um einen Knackpo zu kriegen? Ist unser Po nicht vielleicht so auch ok? Machen uns Oberflächlichkeiten glücklich? Was macht uns glücklich? Was macht dich glücklich?

Was macht mich glücklich? Ich werde mir diese Frage häufiger stellen, denn ich denke, das darf ich. Ich denke, ich habe es auch verdient, etwas glücklicher im Leben zu werden und ich bin sicher, ich werde irgendwann auch die Antwort finden. Unabhängig von irgendwem.

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Ein Kommentar

  1. Liebe Astrid – was du beschreibst hat nichts mit wir zu tun. Woran machst du dieses „wir“ fest? In welcher Welt oder mit welchen Menschen umgibst du dich, dass du denkst, diese idiotischen Säulen wären ansatzweise etwas, was „wir“ „alle“ gut finden?
    Sorry, dass ich jetzt mal kritisieren muss. Ich fände es wirklich wichtig, mal damit aufzuhören, dieses wir zu gebrauchen. Damit wirfst du alle Menschen in einen Sack. Ich scheisse auf Komplimente zum Beispiel. Interessiert mich nicht im geringsten, ob jemand meine klamotten geil findet, schon aber, ob ich sie vertrete. Versteh mich nicht falsch, ich finde es halt gerade extrem anmaßend, dieses wir und ich aufzutun. Kennst du den Begriff othering?
    Rassistische und kulturelle Unterschiede sind ein anderes Thema, könnten aber ein Licht darauf werfen, wie sich dieses dick und dünn sein vielleicht auch im Bewusstsein formuliert.
    Der andere Tip: ich hab seit 7 Jahren keinen Fernseher. Konsumiere also auch diese Werbungsscheisse nur sehr selten.
    Lieben Gruß und danke für deinen Text!
    Deine Pilar

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