Allgemein

Was wäre, wenn?

Was ist, wenn ich auf einmal jemand anderes zu sein scheine, es aber gar nicht bin? Ist man wirklich jemand anderes, wenn man sich körperlich verändert? Was motiviert uns Menschen dazu, jemanden über sein Äußeres zu definieren oder einzuordnen? Einzusortieren in irgendeine Schublade in einer alten Kommode? Unten die unwichtigen Sachen; dort, wo es unbequem ist, sie zu erreichen und deshalb dieser Schublade selten Beachtung schenken muss. In der darüber die Dinge, die man mag, aber sich nicht allzu oft traut, sie anzuziehen, weil sie irgendwie anders sind und es ein wenig Mut oder Selbstbewußtsein erfodert, sie zu tragen. An diese Schublade muss man auch eher seltener ran. In die oberen beiden die Dinge, die man kennt, wo man weiß, dass es passt. Man sieht die Klamotte und nimmt sie mit, weil sie auf Anhieb recht gut gefallen und sitzen/passen.

Ich für meinen Teil wollte wohl immer eher in die oberen Schubladen einsortiert werden. Ich mache mich immer irgendwie passend und hoffe, zu in irgendeiner Art und Weise zu gefallen. Ich passe mich an; bin einfach in der Handhabe – für die meisten. Doch jetzt, wo ich irgendwie anscheinend wieder zum x-ten mal in meinem ganzen Leben das Gefühl hatte, passen zu müssen, gefallen zu müssen – jetzt bekomme ich aus sämtlichen Richtungen Kritik zu spüren. Nicht, was mich und meine Person anbelangt, sondern eher, was mein Äußeres anbelangt. Ich bekomme zu hören, ich habe nicht mehr viel an mir dran. Ob ich krank sei; dass ich ja an Gewicht verloren habe; dass ich so harte und ernste Züge hätte; dass ich nicht weiblich bin; dass ich keinerlei Kurven mehr habe, die mich doch vorher so gekleidet haben; dass ich wie ein Fähnchen im Wind wirke.

Ich frage mich, woher all das rührt. Vor einem Jahr circa, da habe ich so etwas nicht zu hören bekommen. Da hörte ich immer mal wieder ein nettes Kompliment, wurde angesprochen oder angeflirtet und alles war irgendwie normal.

Wieso scheint normal nicht gut zu sein, wenn sich doch so viele Menschen, mich eingeschlossen, genau eigentlich nach diesem Zustand sehnen? Warum muss man irgendwie anders sein, um aufzufallen? Warum scheine ich unbewusst, auffallen zu wollen? Ich weiß zum Teil schon die Antwort – weil ich in entscheidenden Phasen meines Lebens nicht aufgefallen, oder besser: als ich wahrgenommen und akzeptiert wurde. Aber muss ich mich deshalb jetzt kaputt machen? Meinen Körper zerstören? Meine ich, wenn ich weniger bin, falle ich weniger auf und ich muss mich endlich nicht mehr dem Druck beugen, auffallen zu wollen und wahrgenommen zu werden?

Was wäre, wenn jeder einfach mal so sein könnte, wie er ist?!

Schöner Schein

Das leidige Thema, und doch lässt es mich nicht los. Und scheinbar auch das ganze weite Universum nicht… Überall werden wir mit gefakten Schönheitsidealen konfrontiert. Immer und immer wieder. Uns wird Glauben gemacht, dass eine aalglatte Haut im Gesicht und am Rest des Körpers sowie die perfekte Figur à la Size 34/36 richtig sind. Dass wir damit in der Gesellschaft und im Leben angekommen sind, sobald wir in dieses Bild und in diese Größe passen.

Bullshit. Ich könnte dermaßen kotzen, wenn ich diese ganzen gefakten Bilder und Plakate von diesen scheinbar perfekten Menschen sehe. Und das Widerliche an der ganzen Sache ist, dass all das uns nicht vermitteln soll, dass das perfekt wäre, wenn man so aussieht, sondern dass es normal ist, wenn man so aussieht. Alle laufen ja so herum. Die ganzen blonden, brünetten, rothaarigen Frauen in allen Facetten, aber doch gleich: SCHLANK und mit makellosem, leicht gebräuntem Teint im Gesicht; weiße Zähne, natürlich keinerlei Cellulite oder Dellen und schon gar kein kleines Bäuchlein oder so etwas in der Art. Niemand sagt einem, dass hier Photoshop wieder allergrößte Arbeit geleistet hat und niemand sagt einem, dass es zwar solche Menschen gibt, allerdings in der Minderheit.

Wer übernimmt hier eigentlich die Verantwortung dafür, dass alle wie die Lemminge in die Gyms rennen, sich 4-5 mal die Woche den Arsch aufreißen, um auch nur annähernd so auszusehen, wie der sexy Kerl oder die hammer Lady auf einem der zahlreichen Titelblätter von hochpolierten Magazinen? Wer möchte die Verantwortung dafür übernehmen, dass wir dadurch an kostbarer Zeit und somit Lebensqualität verlieren? Wer übernimmt bitte die Verantwortung dafür, dass zahlreiche Menschen in eine Essstörung geraten, um irgendwann so auszusehen, wie sein Idealbild, sein Vorbild? Sollten nicht eigentlich Eltern und/oder Pädagogen, Freunde, Bekannte unsere Vorbilder sein? Wie kommt es, dass anstatt dessen Instagram und deren gehypte Blogger unsere Vorbilder sind? Wie kann es sein, dass die perfekt in Szene, die perfekt retuschierte Bloggerin in der mega stylischen Hot-Pants mit der total angesagten schulterfreien Bluse zu einem Vorbild wird? Auf den Fotos sieht man nichts als diesen perfekt in Szene gesetzten Körper in einem total angesagten Outfit. Man sieht nicht, ob diese Person fähig, bestimmte Werte zu vermitteln oder mir/uns etwas beizubringen…Man kann null ahnen, was für ein Mensch diese Person da ist. Aber das interessiert uns scheinbar auch nicht.

Ein normaler Körper scheint nicht mehr normal sein zu dürfen. Ein unebenes Hautbild, ein paar Rötungen oder Falten im Gesicht finden keine Akzeptanz mehr. Falten sprechen für sich – eigentlich. Sie erzählen von einem gelebten Leben und einem Reifeprozess. Doch irgendwie scheinen wir alle keine Reifeprüfung des Lebens mehr bestehen zu wollen. Lieber perfekt sein.

Ich frage mich nur: wofür? Ist es nicht viel netter, in lieber Gesellschaft irgendwo genüsslich etwas zu essen und ein Glas Wein zu trinken als gestresst nach der Arbeit die Sporttasche zu suchen, ins Gym zu fahren und dort so lange schwitzen, bis die zum Mittag verzehrten 850 kcal wieder halbwegs abtrainiert sind?

Wieso streben wir nach dieser oberflächlichen Art von Anerkennung? Ist es egal, wie hässlich man als Mensch ist, solange man äußerlich attraktiv und schön ist?

Keine Ahnung. . . und was mich am meisten nervt ist, dass ich mittendrin hänge. Ich drehe mich seit vier Jahren im Kreis dieser widerlichen Essstörung und irgendwas in mir scheint sich genau dieser Oberflächlichkeit zu beugen. Ich möchte mich -warum auch immer- schlank fühlen. Denke, dass mir dann alles leichter fällt, je leichter ich bin. Ist nur leider nicht so. Im Gegenteil. Keine Kraft, keine Energie und schlank fühle ich mich nicht. Und am schlimmsten: keine Seele. Und das sieht man mir an. Leere Augen, wo früher purer Lebensmut und Freude an so vielem zu finden war. Nichts mehr übrig davon und  doch ist sie da, die Angst vor dem Zunehmen. All das weiß ich und doch bin ich nicht in der Lage, irgendwas zu ändern. Gelähmt und gefangen in dieser gefakten Welt…

 

warum so kompliziert?

So oft frage ich mich, warum alles so fucking kompliziert sein muss. Nicht, dass wir schon genug Stress und Problemen im Alltag ausgesetzt wären – und zwar jeder von uns auf seine eigene Art und Weise. Nein, wir machen es uns allen einfach immer nur noch schwerer und komplizierter, indem wir uns alle irgendwie den ständigen Selbstoptimierungsprozessen unterziehen und damit allen anderen, also uns quasi gegenseitig demonstrieren, was wir zu leisten im Stande sind. Wie produktiv wir sein können. Wie unglaublich sportlich, gesund, effizient, multitasking, wie perfekt unperfekt gestylt wir sind, wie gut gelaunt und positiv wir durch die Gegend laufen und jeden glauben machen, wie gut es uns geht und wie unglaublich zufrieden wir sind in unserem eigenen Leben. . . Wir kriegen einfach alles und mehr unter einen Hut in diesem einen Leben, das wir haben. Wir schaffen so wahnsinnig viel und wir zeigen es allen. Warum? Ein Leben haben wir. Und niemand weiß, wie lange dieses andauern wird.

Warum also fügen wir uns so einfach und naiv immer und immer wieder ein in dieses Bild, das wir glauben, ausmalen zu müssen. Und zwar korrekt bis zum Rand. Und wenn möglich auch noch darüber hinaus. Überall wird uns gezeigt, wie toll und besser wir noch aussehen können. Was alles möglich ist, um fit, gesund und ausgeruht & frisch auszusehen. Damit niemand merkt, wie anstrengend und ermüdend es doch ist, sich permanent in aller & alter Frische zu profilieren. Crèmes, Botox, Detox, healthy food und tolles make up – all das lässt uns strahlen. Äußerlich.

Wir wollen alle die perfekte Figur. Wollen uns präsentieren und Anerkennung bekommen. Wir wollen toll aussehen, damit wir mithalten können und damit wir gemocht werden. Damit andere uns attraktiv finden. Wenn einem das dann auch noch gesagt wird, dann ist das der größte Ego-Booster ever. Aber eigentlich hält doch dieser Moment nur kurz an, oder? Mir geht es besser, wenn mir jemand sagt, dass ich ein toller Mensch bin und ich zehre davon wesentlich länger, als wenn mir jemand sagt, dass ich toll aussehe. Und ich wette, das geht vielen von uns so. Warum wiegt aber dennoch ein Kompliment über das Aussehen so viel schwerer? Warum streben wir immer so sehr danach, mit anderen mithalten zu können und schön auszusehen? Ich finde keine Antwort. Denn eigentlich weiß jeder, dass es im Leben um so viel mehr und um eigentlich ganz andere Dinge und Werte geht. Zumindest möchte ich das behaupten.

Klar, viele von uns haben sicher nicht immer die Liebe erfahren, die wir als Kind schon erfahren hätten müssen, oder es fehlte Aufmerksamkeit oder Anerkennung. Doch ist das wirklich der einzige Grund und trifft der bei fast jedem von uns zu? Ich glaube nicht. Es ist mehr dahinter. Hinter Instagram, Selbstportraits im Spiegel, hinter dem knappen Bikini, den wir am Wannsee voller Stolz tragen, nachdem wir uns die letzten 8 Monate im Gym so sehr abgestrampelt haben.

Ich möchte wissen: ist das ehrlich nötig? Auf der einen Seite regen wir uns auf über politische Entscheidungen, über Regierungen, über deplatzierte Präsidenten, über Kriege, über einfach nur dummen Rassismus und auf der anderen Seite legen wir doch viel mehr Energie und Gedanken in diese alltäglichen oberflächlichen Dinge wie unser Aussehen und unser Ankommen in der Gesellschaft und bei anderen.

Ich mache mir auch Gedanken übers Ankommen. Jedoch über das Ankommen bei mir selbst. Ich möchte endlich wieder meine Seele und mein Inneres erreichen. Ohne Gym und ohne Botox. Einfach nur mit meiner Art und meinem Gewissen. Meinen Entscheidungen und einer inneren Stimme, die mir sagt „es ist ok so, wie du bist. du machst das schon.“

Bis ich meine eigenen Antworten finde und endlich mein Ziel -meine Seele- zumindest in Sicht oder spürbar ist, werde ich mit Sicherheit immer weiter diese Fragen stellen, warum wir immer alle so perfekt sein müssen und uns nicht einfach trauen, mal auf die ganzen weisen Quotes zu hören, anstatt sie nur in sozialen Netzwerken zu posten…

Was ist mit uns? Glücklich?

Wir laufen über die Straße und sehen ständig wunderschöne, attraktive und scheinbar tolle selbstbewußte Menschen an uns vorbeihuschen. Wow denke ich mir manchmal. So schön wäre ich auch gern oder Wahnsinn, diese Ausstrahlung. Wie macht sie das nur? Wir versuchen uns ständig ins rechte Licht zu rücken und möglichst annehmbar für die breite Masse zu wirken. Wir wünschen uns. von allen gemocht zu werden, im Beruf anerkannt, nicht nur akzeptiert zu werden. Alles normal irgendwie. Doch wieso ist es uns so immens wichtig, was andere über uns denken, bevor wir uns selbst mal fragen, wie wir uns eigentlich finden? Ich tue mich unheimlich schwer damit, mich selbst zu mögen und noch schwerer, mich selbst attraktiv zu finden. Es ist immer irgendwie einfacher, sich nach irgendwelchen Normen zu richten, sich an wunderschönen Menschen zu orientieren, die uns von der Litfaßsäule gegenüber anlächeln und uns anbieten, mit nur einer Tube XXX genauso weiße Zähne wie sie zu bekommen oder mit ihnen ins Fitneßstudio in den Powerstepkurs zu gehen und mal ne Runde richtig stark zu schwitzen. Lohnt sich ja – wir sehen hinterher schließlich genauso makellos aus wie sie! Ach, wie schön einfach das zu sein scheint. Uns wird die Entscheidung abgenommen. Uns wird täglich an so vielen Orten und in so vielen Magazinen demonstriert, wie wir auszusehen haben und wie wir sein sollen. Toll. Keine Mühe mehr, keine Fragen à la „bin ich gut so, wie ich bin“?! Aber macht es uns zufrieden, nach einem Idealbild der Gesellschaft zu streben und zu leben? Zufrieden vielleicht in dem Moment, in dem wir erste Erfolge spüren. In dem Moment, wo wir gefragt werden, wie wir es denn geschafft haben, so abzunehmen oder so frisch und jung auszusehen. In dem Moment kann so ein „Kompliment“ Wunder wirken und unser Ego auf den Mond boosten. Doch es ist nur ein Moment, wenn wir ehrlich sind. Die Zufriedenheit bedeutet nicht gleich Glück. Wer hat den Mut, sich allein und ganz ehrlich und aufrichtig zu fragen, ob er gerade glücklich ist? Macht es uns wirklich glücklich oder happy, sich im Fitneßstudio abzurackern, um einen Knackpo zu kriegen? Ist unser Po nicht vielleicht so auch ok? Machen uns Oberflächlichkeiten glücklich? Was macht uns glücklich? Was macht dich glücklich?

Was macht mich glücklich? Ich werde mir diese Frage häufiger stellen, denn ich denke, das darf ich. Ich denke, ich habe es auch verdient, etwas glücklicher im Leben zu werden und ich bin sicher, ich werde irgendwann auch die Antwort finden. Unabhängig von irgendwem.

Wo bin ich?

Mal wieder fressen mich die Gedanken auf. Alles kreist wirr und durcheinander durch meinen Kopf und ich finde die Austaste nicht. Abschalten ist nicht. Im Labyrinth dieser Gedankenfetzen finde ich den Ausweg nicht. Ständig renne ich gegen eine Wand und drehe um. Komme immer an einer anderen Wand heraus. Nirgends der tatsächliche Ausgang. Obwohl ich verdammt nah dran bin. Ich sehe und höre es draußen schon – das richtige Leben. Es ist laut, bunt, es riecht nach Meer, nach Stadt, nach Vanille, nach Frühling, es pulsiert und ich kann es fast spüren. Doch die Wände sind noch da und ich renne noch immer davor. Nicht mehr so chaotisch, nicht mehr komplett desorientiert; schon etwas ruhiger, doch ich renne und renne und renne noch immer durch dieses Labyrinth und komme immer wieder an gewisse Gedankenpunkte, die mich einfach nicht in Ruhe lassen wollen. Immer die gleichen, dich mich anschreien.

Der Kopf schreit, die Seele weint.

Immer und immer wieder. Ich weiß nicht, wo ich bin. Ich habe mich verloren und finde nicht den rechten Weg zurück zu mir. Zu mir und meinem Ich, das ich immer stolz durch mein Leben getragen habe. Mein Ich, das mit mir verschmolzen war und auf das ich immer stolz war. Wo bin ich? Wieso sage ich immer noch ja zum Neinsagen? Wieso habe ich noch immer diese Angst vor dem absoluten Kontrollverlust? Wieso versuche ich mir ständig schöne Dinge und Essen zu verbieten, obwohl ich das gar nicht will? Wo ist meine innere Stimme, die mir sagt, dass alles irgendwie gut wird? Ist sie noch da und ich höre sie nur nicht? Wieso habe ich noch immer Angst davor, nicht gemocht, geliebt oder wahrgenommen zu werden? Wieso ist es mir anscheinend wichtig, was und wie andere Menschen von mir denken? War es früher auch nicht. . . nur in normalem/gesunden Maße. Doch ich gebe immer auf die anderen acht – nie auf mich. Warum nur? Wo bin ich? Wo bleibe ich? Ich bin leer. Immer noch einfach leer. Voller Gedanken, doch gefühlt nur leer. Ohne Sinn. Wie komme ich nur hier raus?

Leer.

Seit Wochen hadere ich sehr mit mir selbst. Viele Dinge habe ich in den letzten Wochen oder knapp 2 Monaten weiterhin erkannt und irgendwie bin ich an einen Punkt gekommen, wo ich erkannt habe, dass es so nicht weitergehen kann. Nicht weitergehen soll. Ich habe so vieles getan, das nicht hätte sein dürfen. Habe mir und meinem Dasein immens geschadet und vehement weitergemacht – in welcher Form auch immer.

Dass mich mein Körper noch durch diese Welt trägt, ist ihm ehrlich hoch anzurechnen, bei dem ganzen Auf und Ab und Auf und Ab und Auf… Er hält scheinbar mehr aus, als ich es je für möglich gehalten hätte und als es auch scheinbar mein Kopf tut.

Mein Kopf fühlt sich schrecklich voll an. Er ist schwer. Müde. Er ist es leid, immer im gleichen Netz gefangen zu sein, darin hin und her zu springen und weitere Fäden zu spinnen und am Ende doch nicht hinaus zu kommen. Er kann nicht mehr diese Gedanken mit sich herumtragen, die ihn immer und immer wieder quälen und wach halten. Diese Gedanken, die sowieso nichts ändern. Das habe ich erkannt. Sie ändern nichts. Zwei Alternativen also, die es nun für mich gibt: Weitermachen & nicht aufgeben, das Gedachte und Vergangene hinnehmen und für die Gegenwart und die Zukunft kämpfen oder endlich einen Schlussstrich ziehen. Letzteres war gedanklich immer wieder präsent in letzter Zeit, doch es will nicht klappen. Ein kleiner Gedanke schiebt sich immer vor den Strich im allerletzten Moment und hält mich ab & er hält mich wach. Er hält mich so lange wach, bis ich an die erste Alternative denke und bis ich denke, dass sie es wert ist, sie auszuprobieren. Also mache ich weiter irgendwie…

Mit vollem Kopf und leerem Körper. Emotional leer meine ich. Nicht nahrungstechnisch. Ich esse zwar wieder weniger, doch fühlt es sich für mich nicht so an. Hier ähneln sich Kopf und Körpervolumen – voll. Gefühlt. Dick.

Gleichzeitig jedoch, ist mein Körper eine leere wandelnde Hülle. Ein Cocon. Ich sehe mich zwar irgendwie im Spiegel und stelle fest, ich bin da. Doch ich fühle mich nicht. Meine Seele scheint zu schweigen. Sie ist kaputt – noch immer von all dem Ballast aus der Vergangenheit. Das nimmt sie mir übel, was wiederum ich ihr nicht übel nehmen kann.

Meine Seele ist still. Sie weist mich bewußt in keine Richtung. Zumindest fühlt es sich so an. Ich bin mal wieder komplett lost. Obwohl ich eigentlich keinen sichtbaren Grund dazu habe. Ich habe ein Dach über dem Kopf und einen Job und dann noch zwei, drei ganz wunder- und wertvolle Menschen in meinem Leben und in meinem Herzen, die mir immer und immer wieder aufs Neue versuchen, zu beweisen, dass mein Leben lebens- und liebenswert ist. Auch wenn ich unterzugehen scheine. Für diese Seelen, die mich nicht aufgeben und an mich glauben, bin ich unendlich dankbar. Und allein für diese lohnt sich all das.

Doch sollte es sich nicht in erster Linie für mich selbst lohnen? Was ist mit meinem Appell an mich selbst von vor einigen Wochen, den ich in die Öffentlichkeit geschrien habe? Pro You. Pro Yourself. Breakout of my thoughts. Nach wie vor appelliere ich an mich und jeden anderen noch mehr, der mit sich selbst hadert. Wahrscheinlich fühle ich mich gerade deshalb wie zwischen den Sphären. Ich fühle mich leer. Lost. Irgendwo im Nirgendwo und doch einfach da. Nicht imstande, aufzugeben. Gott sei Dank. Aber noch nicht imstande, zu definieren, wo es hingehen soll. Und vor allem wie. Noch nicht imstande, zu vertrauen und zu glauben.

Aber was macht man an so einem Punkt? Ich habe versucht, all meine schlimmen Dinge aus der Vergangenheit auf einem Blatt Papier zusammenzutragen und dieses habe ich gestern an einem Ort gelassen – symbolisch, um das Vergange ruhen und hinter mir zu lassen. Es hat sich auch gut angefühlt und ich bin überzeugt, dass es richtig ist. Doch wie kann ich darauf vertrauen, dass es mir vielleicht irgendwann wirklich wirklich besser geht?

Es gibt sie, diese Momente, die es mir zeigen wollen. Die mir den Beweis liefern wollen, dass sich wirklich alles lohnt und dass auch ich es wahrscheinlich verdient habe, glücklich zu werden.  Ich wünsche mir, daran einfach mal aus tiefstem Herzen und aus tiefster Seele glauben und darauf vertrauen zu können… Dann kann ich weitergehen. Den nächsten Schritt und das nächste Stück.

2017 – keine Ziele. Für mich.

Seit dem Jahreswechsel werden wir wieder überall mit Zielen und neuen, tollen Vorsätzen konfrontiert. Schön, wenn wir uns alle vornehmen, unser Leben besser und gesünder zu gestalten. Das tue ich selbst auch. Jedoch möchte ich dies nicht mit dem Druck in Form eines definierten Ziels tun. Was, wenn ich dieses Ziel in seiner Definition dann am Ende nicht erreichen konnte? Frustrationslevel = 100%. Das möchte und brauche ich nicht. Für mich wird es in 2017 nur Intentionen geben. Nur das gedankliche Streben nach meinen persönlichen Wünschen. Eigentlich habe ich auch nur einen Wunsch: mehr Selbstliebe. Mich endlich zu akzeptieren, wie ich bin in und mit meinem Körper, dem ich bisher mehr als wenig Liebe schenkte – nur das ist mein eigentlicher Wunsch. Mir selbst zu verzeihen, was in der Vergangenheit geschehen ist, was ich mir und meinem Körper habe antun lassen und selbst angetan habe, das allein ist mein innigster Wunsch. Als „Ziel“ kann und will ich das nicht definieren. Ich möchte mir selbst diesen Wunsch erfüllen und ich werde versuchen, meine Gedanken dahingehend zu lenken und mich durch mein verqueres Leben zu navigieren. Und wenn ich am Ende dieses neuen Jahres auch nur behaupten kann, dass ich dieser Wunscherfüllung schon ein ganzes Stück näher gekommen bin, dann macht mich das stolz und glücklich. Und es bedeutet mir 1000 mal mehr, als von einer unpersönlichen Stimme in meinem Kopf zu hören „Sie haben ihr Zeil erreicht“ und nur einen kleinen Haken auf die Ziel-Checkliste zu setzen.

Komm raus – Pro you (rself).

Eine Ansage gegen die gängigen Ansichten zu Essstörungen. Mehr noch, eine Ansage an Betroffene, ihre Freunde und Verwandte und alle gesunden Mitmenschen.  

Essstörungen sind ein hartes und immer aktuelles Thema, das noch immer zu oft ignoriert oder sogar verleugnet wird. Oder traurigerweise absolut nicht ernst genommen, sondern als “Mode- oder Luxuskrankheit” abgetan wird.

 

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Ich leide seit 4 Jahren an dieser Krankheit und ich bin darin gefangen. Gefangen im Käfig meiner Gedanken, aus dem ich einfach keinen Ausweg finde. Wie sich so etwas anfühlt, ist für Außenstehende absolut nicht nachvollziehbar. Fast genauso schmerzhaft, wie die Verletzungen, die ich mir ständig selbst zufügte, ist es momentan für mich, meinen nahestehendsten liebsten Menschen nicht annähernd erklären zu können, was in meinem erkrankten Hirn vor sich geht und wie ich mich fühle in diesem ekelhaft harten Kampf um das Entfliehen der Sucht. Wenn der Verstand so wirr ist, dass man nicht weiß, was gerade wirkliches Leben ist und was nur Schein. Der Kontrollverlust unerträglich ist und man einfach nur noch eine wandelnde Hülle ist. Seelenlos. Leer.

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Innerhalb der letzten Jahre wurde ich durch die Essstörung zu einem anderen Menschen, ohne es zu wollen. Ich habe mich verloren. Um im Alltag nicht unterzugehen und um niemanden spüren zu lassen, dass ich krank bin, war es neben der Flucht in die Sucht auch eine Flucht in eine Rolle. Ich spielte meinem Umfeld 24 Stunden am Tag etwas vor. Nicht nur souverän…. nein, ich möchte behaupten, ich war grandios in dieser neuen Rolle. Fast niemand merkte etwas und erst als ich nach einem Suizidversuch in einer Klinik landete, bekamen andere langsam mit, dass etwas nicht stimmte. Erst als ich nach meiner härtesten Zeit als ich wirklich am Boden der Krankheit ankam, anfing darüber zu sprechen, dass ich krank bin, fingen andere an, sich etwas mit dem Thema zu beschäftigen und zu realisieren, dass ich vielleicht nicht die sorgenfreie Astrid bin, die ich immer repräsentierte.

Zu Beginn meiner Krankheit wollte ich nur noch verschwinden, unsichtbar sein. Nicht mehr da sein – ich fühlte mich sowieso wertlos und war es auch in meinen Augen nicht mehr wert, gesehen zu werden. Verzicht war meine Lösung. Weniger Essen – mehr Kontrolle. Je weniger ich aß, je weniger ich wog, desto größer war die Kontrolle über mich, mein Gewicht und meinen Körper. Es endete schließlich in einer Klinik. Diagnose: ANOREXIE.

Aber Essstörungen sind verschieden und doch gleich. Kaum realisiert, dass Magersucht keine Lösung ist und letzten Endes eine Art Todesspirale, die dich immer weiter nach unten zieht, kam ich vom Regen in die Traufe. Ich konnte anscheinend noch nicht ohne meinen ständigen Begleiter – die Krankheit -, die nonstop ihre schützende Arme um mich schlang, leben. Also verließ ich sie nicht und sie mich nicht. Die Essstörung blieb – nur anders gekleidet. Es war nun kein Verzicht mehr, sondern ich gönnte mir etwas. Immer häufiger. Immer mehr. Ich fühlte mich sicher, wenn ich mir etwas erlaubte nach dieser Zeit, in der ich mir immer nur alles verboten hatte. Ich fühlte mich gut, je mehr ich kompensierte. Immer mehr essen. Das große Fressen. Ich nahm zu, ein gedanklicher Horror für mich. Oder besser – gedanklicher Terror. Doch mein Umfeld blieb auch hier unbesorgt und ich wieder in meiner Glanzleistung – der Schauspielerei.

Mein Umfeld verteilte immer mehr Komplimente, dass ich besser und gesünder aussehe. “Endlich hast du wieder mehr auf den Rippen – toll siehst du aus!”. Schön und gesund mag man mit gesundem Menschenverstand denken. ‘Fuck off’ dachte die essgestörte Astrid. Doch es war zu spät. Ich war aus der Mager- in die Fresssucht geraten und konnte es nicht mehr stoppen. Ich habe nur noch für diese Krankheit, für diese Sucht und ihre Befriedigung gelebt. Mein komplettes “normales” Alltags- alias Berufsleben nur vorgespielt und dann die Realität ausgeblendet, sobald ich alleine war. Ich lebte seelenlos weiter in meiner Hülle und kam nicht hinaus. Nach Außen hin hatte ich ein perfektes Alibi für mich geschaffen – eine lächelnde, glückliche, sozial aufgeschlossene Astrid. Nach Innen war alles leer, nichts war mehr da von mir. Immer mehr wirre und ekelhafte Gedanken, immer deutlicher die Hilflosigkeit und der Hass gegen mich selbst. Und schließlich immer deutlicher das Gefühl, damit nicht mehr leben zu können und zu wollen. Es wurde unglaublich anstrengend für meine Nerven und den eigenen Körper. Ich konnte nicht mehr ständig gegen mich selbst ankämpfen.

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Da ich schon mal auf der Kippe stand, entschloss ich mich – nicht wie andere Male – dieses mal FÜR das Leben. Für mein Leben.

Ich möchte allen zeigen – egal, ob Betroffenen, Angehörigen oder komplett gesunden Menschen – , wie gefährlich Essstörungen sind. Und dass sie nicht immer sichtbar sind. Essstörungen kommen in allen Körpergrößen und -formen. Und sie sind in den Köpfen der Betroffenen, sie schreien sie an. Doch kaum jemand anderes kann diese Schreie hören. Ich möchte Aufmerksamkeit auf diese psychische Erkrankung lenken. Ich wünsche mir, dass sensibler mit diesem Thema umgegangen wird. Ich wünsche mir, dass andere nicht diesen Hirnfick erleben, den ich erlebe/erlebte. Ich habe erkannt, dass ich es wert bin, zu leben und sogar geliebt werden darf. Ich darf selbst auch lieben und ich möchte lieben und leben. Genießen. Für mich.

Ich möchte anderen Mut machen, sich auch dem Kampf zu stellen, sich selbst wieder näher zu kommen und darauf vertrauen zu dürfen, dass jeder Mensch es verdient hat, geliebt zu werden und mehr noch: sich selbst zu akzeptieren. Mit allen Makeln. In jeder Form und Größe. Sich eben nicht immer dem Druck von außen stellen zu müssen, möglichst perfekt sein & aussehen zu müssen.

Komm mit und brich aus aus deinen Gedanken, die dich zerstören. Stell dich dir selbst! Pro you!

 

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Diese Fotos habe ich als persönliche Herausforderung gesehen und sie deshalb machen lassen. Ich kann mich nur schwer im Spiegel ansehen; sehe meist nur an mir vorbei. Ich möchte mich bewußt ansehen, ohne mich zu schämen. Weder vor mir selbst noch vor irgend jemand anderem. Mein Körper gehört zu mir – er hält mich am Leben und trägt mich durch mein weiteres Leben. Und dafür bin ich heute unheimlich dankbar.

 

Die englische Version gibt es hier auf medium zu lesen!

 

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Auf einmal wird immer alles klarer. So lange habe ich mich in und hinter meiner Krankheit versteckt und noch immer tue ich es zum Teil. Nicht, weil ich will, sondern weil ich muss. Weil die Scham so unendlich groß ist, was da mit mir passiert ist. Weil die Scham noch größer ist, für das, was ich innerhalb dieser Sucht getan habe. Bisher kannte ich nur eine andere Art Scham. Die, der Auswirkungen von Mißbrauch. Dieses Gefühl ist so hartnäckig  und es will mich nicht loslassen. Doch jetzt kenne ich noch eine andere Art der Scham. Die, vor und für mich selbst.

Nicht nur körperlich habe ich mich mit der Magersucht, mit Ana, und anschließend mit ihrer größten Feindin alias Fresssucht,  kaputt gemacht. Nein, meine ganze Existenz zerstörte ich. Angefangen hat das vielleicht nicht mit mir und meiner Schuld, doch diese Sucht hat mich in den Ruin gestürzt. Ich bin verzweifelt, weil ich gerade realisiere, was ich alles getan habe. Hirnlos. Bewusstlos. Gelähmt. Gefangen im Netz des Essens. Im Netz und dessen verworrenen Fäden des Italieners und meiner Sucht und gleichzeitigen Abneigung und Ekel. Gefangen in Gedanken, die ich überhören wollte, aber nicht konnte. Mein Kopf hat sich verselbständigt. Ohne Hirn. Nur mit der Sucht ist er unterwegs. Er überhört mich. Er ignoriert, wonach meine Seele eigentlich schreit. Wonach sie sucht und suchtet. Nur die Gedanken zählen, wie ich mich am schnellsten und besten vollstopfen kann und das am besten gleich mehrmals am Tag. Aber anstatt es einfach alles wieder auszukotzen, meinen Körper und Geist zu reinigen (zumindest gefühlt), ließ ich alles drin in mir. Dieses Essen, diese unerträglichen Gedanken, was ich da gerade wieder getan habe, wieso ich nicht einfach aufhören kann. So unerträglich, dass ich mir Schmerz zugefügt habe, um mich von diesen Gedanken zumindest mal ein paar Sekunden abzulenken. Kurz half es.

Und jetzt? Jetzt kämpfe ich mit allen Mitteln gegen diese Sucht an. Ich habe es bis heute geschafft, nicht mehr meiner Fresssucht nachzukommen. Ich bin nicht mehr zu dem berüchtigte Italiener gegangen, obwohl alles in mir danach schreit. Immer und immer wieder. Doch noch bin ich standhaft. Aber mit dieser Standhaftigkeit, die sich eigentlich in Stolz äußern müßte, wächst die Scham und die Angst. Denn hier fängt erst alles an. Ich realisiere. Ich kann die Augen nicht mehr verschließen, weil mein Wille, gesund zu werden und wieder anzufangen, richtig zu leben, größer geworden sind, als die widerlichen Gedanken, die mich trieben. Ich WILL leben. Richtig leben. Wie ihr alle da draußen. Doch jetzt fängt es an, mich auf eine andere Art und Weise kaputt zu machen. Ich realisiere, dass ich in der ganzen Zeit immer mehr der Realität entschwand. Auch, wenn ich meisterhaft darin bin, das Gegenteil zu demonstrieren.

Es war bis vor kurzem ein Leben, das eigentlich keines ist. Keine Realität. Jeder Mensch kommt heim, öffnet seinen Briefkasten in der Hoffnung, dass vielleicht mal eine Postkarte anstatt lästiger Rechnungen oder nerviger Werbesendungen drin ist. Ich nicht. Ich sah diesen Briefkasten im Hausflur jeden einzelnen verdammten Tag. Doch nicht einen einzigen Tag habe ich den kleinen Schlüssel benutzt, um ihn aufzumachen. Die Gedanken kreisten nur darum, wie ich mich möglichst schnell meinem eigenen Ritual hingeben kann. Während ich die Treppen hinauf lief, meine Ausbeute vom Italiener in den Händen (eine Hand reichte nicht mehr zum Tragen), malte ich mir immer wieder aufs Neue aus, wie ich mir gleich alles fein säuberlich und genau nach Plan herrichte, um es dann möglichst schnell in mich aufzusaugen. Da war kein Platz für das klingelnde Telefon in der Tasche, kein Platz für die Rechnungen im Briefkasten. Kein Platz für Verabredungen. Diese ließ ich platzen.

Fuck, ich habe ehrlich Scheiße gebaut und jetzt bekomme ich die Quittungen dafür. In Form von Rechnungen und Realität. Während ich mich und meinen Körper mit Suchtstillen gefüttert habe, habe ich den Italiener und meine Scheinwelt mit Geld gefüttert. Eine Sucht ist verdammt teuer.

Ich merke, was ich getan habe und ich hasse mich dafür. Ich habe alles ignoriert in meinem gesponnenen Gedankennetz. So fein die Fäden dieses Netzes man sich vorstellt, so fester hielten sie mich in ihrer Gewalt und ich reiße und reiße jetzt nur noch, um endlich hinaus zu gelangen. Doch ich realisiere, wie verstrickt es ist. Wie verstrickt ich mich habe.

Ich komme nicht raus.

 

Selflove

Ich habe vor einiger Zeit schon mal über Selbstliebe geschrieben. Ein Thema, mit dem man bzw. hier explizit ich, oft konfrontiert werde.

Kann mir bitte mal jemand erklären, wie das funktioniert? Selbstliebe. Selflove. Hier ein Zitat, da 100 Quotes, schlaue Posts auf Facebook, Instagrambilder mit happy aussehenden, peace-zeigenden, stylisch gekleideten jungen Frauen im Spiegel – Bildunterschrift: #selflove #happy.

Schön. So einfach ist das also? Wieso gibt es dann Tausende von Coachings, die sich um das Thema drehen, wieso sprechen das 90% aller Therapeuten an, wenn es doch so #easy ist, sich selbst zu lieben. Damit sollte sich doch dann wohl kein Geld mehr verdienen lassen oder Therapiestunden wären überflüssig.

Wieso fällt es mir so schwer, mich selbst richtig zu lieben? Wieso lasse ich mein Sein und meinen Alltag immer durch meine Vergangenheit bestimmen und wieso kann ich nicht einen Cut machen und neu anfangen – #newbeginnings…? Das Vergangene kann man nicht ändern (habe ich durch Quotes gelernt) und deshalb ist es doch nur verschwendete Zeit. Verschwendetes Leben. Dinge und Menschen, die mich dazu gemacht haben, wie ich heute bin. Die es geschafft haben, dass ich nicht mehr verloved in mich selbst bin. #unhappy  #destroyed #lost.

Es wird Zeit, Dinge anders anzugehen. Vielleicht mal so ein Coaching zu besuchen, nur um mir zu beweisen, dass auch ein Coach mir nicht das geben kann, was ich brauche und suche. Es sind lediglich Worte, die derjenige den Gästen entgegen schmeißt. Vielleicht etwas heroisch und impulsiv, vielleicht etwas eindringlicher gesprochen – aber eben nur Worte.

Ich war bis vor ein paar Jahren in der glücklichen Lage, mich selbst zu lieben und weiß, dass das keiner Worte bedarf. Du fühlst es. Ich fühlte und ich wußte es. Und das beste am Ganzen: es war selbstverständlich. Und mit dieser Selbstverständlichkeit durchlebte ich leichtfüßig meine Tage. So muss das sein.

Wie also schaffe ich es, meinen InstaAccount mit viel selflove und #happys zu füllen, wenn mich doch immer die Geschehnisse der Vergangenheit einholen und es mir einfach verbieten, positive hashtags zu setzen?? #ratlos